1. April 1898 Edelsteinfachmann Rudolf Schupp gründet in Idar - Oberstein eine Edelsteinschleiferei - und Handlung in der Nähe seines väterlichen Betriebes mit der alten Schleiferei und der Goldschmiede.
Im Alter von 25 Jahren hat Rudolf Schupp einen Aquamarin von ca. 38 Karat in der besten Farbe verkauft. Der Gewinn dieses Aquamarines, sagt man, reichte für die erste Rate von dreien um das neue Firmengebäude in der Hauptstr. 148 zu bezahlen. Der Vertrag vom 1. April 1899 über 900 Goldmark für dieses Firmengebäude wurden bis zum 1. April 1900 mit der letzten Rate erfüllt. Die Geschäfte mussten also sehr gut laufen.
Anfang des 19. Jahrhunderts besaß die Gründerfamilie eine Jagd - Kutsche mit einem Sechsspänner für Rennwettbewerbe die Sonntags auf der Hauptstraße in Idar gegen Pferdegespanne von anderen Unternehmen wie Alfred Ruppenthal und Gebrüder Leyser, beide mit Vierspänner, stattfanden.
Rudolf war verheiratet mit Ida Schupp ( geborene Schaun am 3. September 1872 in Hettstein und gestorben am 1. November 1961 in Idar -Oberstein ).
Überwiegend wurden unkalibrierte Aquamarine und Berylle geschliffen. Nach ihren Ausbildungen zum Edelsteinschleifmeister oder Gesellen und ihrer Studienzeit waren vier Söhne in der Firma tätig, hauptsächlich in den in- und ausländischen Filialen. Rudolf Schupp hatte mit seiner Frau Ida 9 Kinder.
28. Dezember 1895 wurde der erstgeborene Rudolf (2 ) Schupp geboren. Er führte die Filiale in Berlin. Er hatte Diplomatenstatus und wohnte in der Xantnerstr. 1 in Berlin, er konnte das Anwesen vom Reichsbank-Präsidenten H. Schacht erwerben.
7. August 1899 Geburt von Albert Emil Schupp der später auch die Firma weiterführte.
Am 4. Mai 1901 wurde Paul geboren. Er arbeitete anfangs im Juweliergeschäft seines Bruders in Berlin und gründete später das Juweliergeschäft in Paris welches er mit Erfolg bis 1956 leitete.
Am 12. März 1903 erblickte Willi das Licht der Welt. Er verletzte sich einmal schwer beim überklettern des Hoftores der Firma. Er wurde in der Kaserne am Brückenkopf Schwedt bei einem Angriff der Russen getötet.
Am 8. Januar 1905 kam Elise auf die Welt.
Am 28.Oktober 1906 wurde Maria geboren, Sie war die längst lebende nachfahre vom Firmengründer und arbeitete bis 1975 in der Firma.
Am 14. Oktober 1908 wurde Helene geboren und am
13. Oktober 1910 wurde Hans geboren und zuletzt kam am
17. August 1912 Else zur Welt.
1900 Der Gründer unterstützte finanziell seinen jüngeren Bruder Emilio ( geboren 1882, verheiratet mit Johanna Knieling 1909 ), der nach Brasilien auswanderte und sich auf die Suche nach Edelsteinminen begab in Minas Gerais. Er war sehr erfolgreich und war in kurzer Zeit Besitzer von Aquamarin - Minen, zu denen auch die „Santa Maria Mine“ gehörte, die bekanntlich Spitzenqualitäten in Aquamarinen lieferte. Ähnlich verhielt es sich auch bei den Rosenquarzfundstätten. Es wurden mehrere Grundstücke und Ackerland gekauft und gepachtet zum Abbau der gefundenen Edelsteine. Ein großes Juweliergeschäft wurde gebaut in der Rua Goncalves Dias 49 in Rio de Janeiro. Emilio Schupp hatte 3 Söhne, Emil Kurt, Emil Erst ( "Benno") und Emil Erwin Alwin. Sie führten das Juweliergeschäft und forcierten die Minentätigkeit.
1905 Bau eines Fabrikgebäudes in der Hauptstraße 148 in Idar - Oberstein an gleicher Stelle an der die Goldschmiede und Edelsteinschleiferei war.
Das im Jugendstil erbaute Wohn- und Geschäftshaus besaß 29 Zimmer. Die Stuckdecken und Wände waren mit Rosenquarz - Flachcabochons üppig bestückt. Der Eingangsbereich war mit verschiedenen Türen und Bleiglasfenstern aus Rosenquarzen bestückt, die zum großen Teil bis heute noch existieren.
Seit 1905 war die Firma Rudolf Schupp im Besitz einer Telefon - Leitung in Idar -Oberstein ging es mit zweistelligen Nummern los. Wir vermuten wir haben mit dem 2 Telefon im Fürstentum Birkenfeld zu Idar angefangen. Die zweite Stelle kam erst in den Jahren nach 1914 ( Kriegsbeginn ) erst nach Kriegende kam die dritte Stelle ( hunderter Zahlen hinzu ). Diese Nummer konnten wir bis 1939 behalten.
1907 Erstellung eines 4-geschossigen Geschäfts - und Wohnhauses am gleichen Platz.
1907 wurde uns für christliche Kunst in Aachen eine bronzene Medaille zuerkannt.
1911 Auf der Weltausstellung in Turin im Jahre 1911 wurden wir für Schmuck und Edelsteine mit einer Silbermedaille ausgezeichnet.
Alle nebenstehenden Edelsteine und Schmuckstücke wurden in unserem Hause zu Pretiosen und Juwelen von Hand hergestellt.
Die Edelsteine konnten in der eigenen Schleiferei aus Rohsteinen geschliffen werden. Die Schmuckstücke wurden aus Rohmaterialien wie Gold, Silber und Kupfer legiert, zu Blechen und Drähten verarbeitet und in unseren Räumlichkeiten von den Familienmitglieder zu Schmuck und Juwelen verarbeitet.
Die Schmuckstücke werden auch im 21. Jahrhundert nach wie vor von Hand gearbeitet.
Diese Grundlagen der Manufaktur halten wir bis heute in Tradition.
1910 – 1912 Aus dem Hause Romanov - Holstein besuchte uns wiederholt eine Delegation in der Epoche Zar NikolausII. Alexandrowitsch. Sie boten uns Smaragde, Turmaline, Rubellite und Jade an – wir konnten mit Rubinen und Aquamarinen aufwarten. Für beide Partner entwickelten sich lukrative Tauschgeschäfte.
ab 1920 engagierten wir einen Engländer, Mr. R. H. Gill, der Indien und Ceylon bereiste – ausgestattet mit einer auf den asiatischen Markt aus-gerichteten Kollektion, mit der er große Aufträge hereinholte. In den Folgejahren wurden auch Filialen in der Maiden - Lane 35 in New York City ( Übernahme von C. Friedrich Loch, Phone John 3768 ) , Place Vendome in Paris ( bis 1956 Paul Schupp ), Rue du Rhone in Genf, Wien und Berlin ( Rudolf Schupp ) und Pforzheim ( 1920 - heute Emil Schupp ) gegründet.
In Zeiten der Expansion waren bis zu 50 Lapidäre in der Schleiferei und mehrere Goldschmiede und Fasser tätig.
1920 Gründung des Filialbetriebes in Pforzheim vom zweitältesten Sohn Emil des Gründers, um den Kontakt zur Pforzheimer Schmuckwaren-industrie zu fördern, was eine gute Entscheidung war. Im Laufe der Zeit wurde das ständig mehr expandierende Export - Import- Geschäft nach Pforzheim verlegt – während der Schwerpunkt der Fabrikation in Idar - Oberstein blieb.
1928 Der „Schwarze Freitag“ an der Wallstreet / New-York und die Wirtschaftsflaute 1929-1933 verschonten auch uns nicht. Vor allem in Amerika mussten wir Totalverluste verkraften. In dieser Rezessionsperiode wurden viele Kunden aus dem Raum Pforzheim zahlungsunfähig und hinterließen uns einen 6.stelligen Schuldenbetrag in Goldmark. In dieser Zeit waren zahllose, ungedeckte Kundenwechsel im Umlauf, die nicht eingelöst wurden. Mitinhaber Emil Schupp verhandelte daraufhin mit den Volksbankdirektoren Huck und Bilabell und bekam einen Personalkredit ohne Sicherheitsleistung – innerhalb weniger Jahre wurden die Rückzahlungen geleistet. Für diesen großen Vertrauensbeweis ist der derzeitige Inhaber heute noch zu großem Dank verpflichtet.
1939 Als noch Schiffsverkehr zwischen Brasilien und Deutschland / Hamburg herrschte, wurden auch zwei Handelsschiffe durch feindliche Torpedos versenkt, auf denen u.a. Kisten mit Rohsteinen für unseren Betrieb waren.
1945 Beim Fliegerangriff im Februar 1945 wurde auch unsere Filiale am Bahnhofsplatz total zerstört – durch den Einsturz des Treppenhauses war die Bergung des Kassenschrankes erst nach dem Wiederaufbau möglich. Durch den Feuersog wurde Sauerstoff total absorbiert und dadurch blieb die Innenausstattung unbeschadet.
Die Edelsteine, die sich noch in den Schubladen und Etuis befanden, waren zwar „gebrannt“, aber nicht verbrannt.
1947 verstarb der Gründer an einer Staublunge. Sein Erfolgsrezept war unser Ansporn!
1948 Emil Schupp wurde aufgrund profunder Kenntnisse und Fähigkeiten zum Sachverständigen für Edelsteine berufen.
1953 Als erstem Bürger der Stadt Idar-Oberstein wurde 1953 dem Edelsteinschleifermeister Albert Dietrich, der 50 Jahre lang ununter-brochen in der Firma Rudolf Schupp tätig war, das Bundesverdienstkreuz am Bande des Verdienstordens überreicht
1954 Kurt Schupp veröffentlich das erste "Handbuch für Juweliere" unter Mitwirkung von Prof. Dr. K. Schlossmacher. Es war ein Buch mit einem Edelsteinlexikon, Namen der Edelsteine und Schmucksteine in fremde Sprachen.
1955 Nach Auflösung und Abfindung der Erbengemeinschaft übernahmen am 28. April 1955 Emil und Heinz Schupp als gleichberechtigte Partner das Traditionsunternehmen.
1956-1957 Außer unseren brasilianischen Rohsteinquellen erwarben wir noch eine ergiebige Mine in Deutsch- Süd- Westafrika, die Heliodore lieferte – das sind hellgelbe Berylle mit einem Stich ins grünliche. 1956 heiratete Heinz Schupp Dorothea, geb. Diehm, die ihm 3 Söhne schenkte. Im März 1963 kam der älteste Sohn durch einen tragischen Autounfall ums Leben. Der zweitälteste Sohn Achim studierte Medizin und ist leitender Oberarzt im Klinikum Dritter Orden in München - Nymphenburg. In den Semesterferien besuchte er unsere Juwelierkundschaft, während Dorothea Schupp ebenfalls Kundenbesuche absolvierte. Vor allem unterstützte und entlastete sie ihren Mann auf den jährlichen Einkaufsreisen
1959 Heinz Schupp unternimmt seine erste große Ein- und Verkaufsreise nach Asien: Pakistan, Indien, Burma, Ceylon, Thailand, Singapore und Hongkong. Danach dehnte er seine Reisetätigkeit aus auf Taiwan, Japan und die U.S.A. Anschließend wandte er sich dem afrikanischen Kontinent. zu: Kenia, Tansania, Rhodesien und Südafrika, wo sich bedeutende Rohsteinmärkte befanden. Im Gegenzug waren diese Plätze sehr interessiert an geschliffenen Edelsteinen, die wir gewichtsgünstig und kalibriert liefern konnten.
1960 Kauften wir aufgrund der großen Nachfrage Zuchtperlen, Süßwasser - Zuchtperlen und Tahiti – Zucht-perlen auf den internationalen Märkten in Japan, Burma und Tahiti direkt ein.
1967 Heinz Schupp wurde 1967 ebenfalls zum Sachverständigen von der IHK Pforzheim öffentlich bestellt und vereidigt. Mit seinem Sohn Frank – J., der in Idar - Oberstein mit Erfolg alle gemmologischen Kurse absolvierte, geht das traditionsreiche Familien - Unternehmen bereits in die 6. Generation über. Auch er wurde als jüngster Sachverständiger öffentlich bestellt und vereidigt für Edelsteine, Diamanten, Schmuck. Es dürfte sicher einmalig sein, daß über 4. Generationen hinweg dieses verantwortungsvolle Ehrenamt verliehen wurde.
1968 erwarb Heinz Schupp obendrein noch in englischer Sprache das Internationale Diplom F.G.A.: Fellow of the Gemmological Association of Great Britain.
1970 Vergrößerung der Filiale in Pforzheim und Verlegung in die Östliche Karl - Friedrich Straße 11.
1972 Kurz hintereinander verstarben Emil und Helene Schupp – was eine schmerzliche Lücke hinterlassen hat. Somit übernahm Heinz Schupp als Alleininhaber die Firma.
1979 Verlagerung des Hauptsitzes nach Pforzheim, die Fabrikation bleibt nach wie vor in Idar - Oberstein.
1984 Frank - J. Schupp tritt als jüngster Sohn von Heinz Schupp in die Firma ein, so geht das traditionsreiche Familienunternehmen bereits in die 4. Generation über.
1992 Frank - J. Schupp übernimmt die Gesellschaft für Diamantgutachten mbH. Die Erweiterung des Spektrums der Firmen beinhaltet nun ebenfalls den Vertrieb von gemmologischen Geräten und Erstellung von Gutachten im Diamant- und Edelsteinlabor. Die GfD bietet Ihnen ein auf die Bedürfnisse der Praxis abgestimmtes Weiterbildungsprogramm für die Bereiche Edelsteine, Perlen, Diamanten, Schmuckbewertung und Historischer Schmuck.
1994 Frank - J. Schupp ist jüngster öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger geworden. Veröffentlichung von gemmologischen Entdeckungen in allen nationalen und internationalen Zeitschriften.
1995 Umzug des Hauptgeschäftes in eigene Räumlichkeiten in der Friedenstraße 127, 75173 Pforzheim.
2000 Gesteigerte Schmuckproduktion im gehobenen Juwelenbereich. Eigene Schmuckdesigner, Juwelen - Goldschmiede und Fasser fertigen unsere anspruchsvollen Modelle –auch aus vergangenen Epochen an - und liefern nur Handarbeit, d.h. handgefertigte Schmuckstücke.
2008 Heinz Schupp zieht sich zurück und übergibt seinem Sohn Frank- J. als Alleininhaber die Firma Rudolf Schupp.
2009 Anbau mit einem weiteren Schulungsraum und Vorlagezimmer mit einer Edelsteinschau und Bibliothek.
2011 Mitwirkung an dem Alexandrit - Buch von Karl Schmetzer "Russian Alexandrites" mit vielen Abbildungen von Alexandriten aus unserem Lager.
Die Herstellung von praktischen Messeaufbauten, eine fachmännische Präsentation unserer Produkte und die gewünschte Beratung auf den internationalen Mineralien- und Antiquitäten-Messen, waren die Gründe, daß sich eine Stammkundschaft gebildet hat. Wir beschäftigen zur Zeit 6 Juwelen-Fasser und -Goldschmiede. Zu den Referenzen gehören unter anderem seit 1900 Cartier, Bulgari, Tiffany & Co, Schauspieler, Künstler und Prominenz.